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Philosophie

Evolution of Philosophy at MPS
Evolution of Philosophy at MPS

Philosophieunterricht an der Max-Planck-Schule

Kinder sind Philosophen - Orientierungs- und Mittelstufe

Jedes Kind ist ein Philosoph, denn Kinder sind von Natur aus neugierig. Warum? Sie hinterfragen täglich ihre Lebensumwelt. Daher stehen Kinder philosophischen Denkweisen aufgeschlossen gegenüber.

Was heißt Philosophieren mit Kindern? Natürlich (noch) nicht die Lektüre von Kant und Schopenhauer. Auch nicht das bloße Erlernen von Lehrmeinungen und „Wahrheiten“. Philosophieren meint erst einmal das Nachdenken und Erforschen des Alltäglichen und scheinbar Selbstverständlichen. Im Mittepunkt steht dabei der Mensch. Philosophie fragt danach,

  • wie weit seine Erkenntnis reicht und aus welchen Gründen sie sich herleitet,
  • an welchen Werten er sein Handeln und sein Leben mit anderen ausrichten soll,
  • wie er sein Leben insgesamt glaubwürdig deuten kann.

Aspekte solcher Menschheitsfragen finden sich in Fragen, welche sie Kinder bisweilen stellen:

  • Wie nah muss ich an einen Gegenstand herangehen, um ihn in seiner wirklichen Größe zu sehen?
  • Wir sehen alle dasselbe; aber wenn wir es malen, sieht es bei jedem anders aus. Wie kommt das?
  • Können Tiere sprechen?
  • Lebt das Wasser?
  • Soll ich durch eine Lüge meinem Freund aus der Klemme helfen?
  • Warum gibt es kein Spiel ohne Regeln?
  • Welcher Teil von mir ist wirklich ich?
  • Wo war ich, bevor ich auf die Welt gekommen bin?

Der Philosophieunterricht erzieht zum nachdenklichen Umgang mit solchen Fragen und mit den eigenen Vorstellungen und Erfahrungen. Im Philosophieunterricht gewinnt ihr Kind Zutrauen zu seinem eigenen Verstand und Freude daran, seine Tragweite in den verschiedenen Situationen zu erproben. Denn wer philosophiert, erlebt unsere Welt im Lichte vielfältiger Möglichkeiten und nimmt sie dadurch deutlicher wahr. In diesem Sinne entwickelt der Philosophieunterricht alle Verstehensanlagen des Kindes. Er bringt philosophische Gedanken aus Vergangenheit und Gegenwart ins Spiel und ins Gespräch. Dabei erfährt ihr Kind etwas von der Geschichte der Philosophie und von den Geschichten der Philosophen.

Philosophieren ist der natürliche Feind der Normalität - Philosophie in der Oberstufe

„Meine Blume möchte öfter Wasser.“ – „Gedanken sind neurologische Erscheinungen." – „Wer die Regeln bricht, spielt nicht mehr mit.“ - "Das Universum ist aus dem Nichts entstanden."

Kann man diesen Behauptungen tatsächlich zustimmen? Was bedeuten diese Vorstellungen? Haben Pflanzen tatsächlich Wünsche? Warum gibt es kein Spiel ohne Regeln? Was sind Gedanken? Teile ich die Aussage, dass sie Phänomene des Gehirns sind? Ist der Begriff des Nichts überhaupt verständlich?

Wenn man ein natürliches Bedürfnis verspürt, die eigenen Erfahrungen und Überzeugungen derartig zu überprüfen, dann führt man sein Leben überlegter und so auch selbstbestimmter. Man beginnt zu philosophieren. Man misstraut allgemeinen Behauptungen, denen man sonst gedankenlos folgt, weil man sich ganz selbstverständlich in die gemeinschaftlich verwendeten Denkmuster einfügt. Eine solche kritische Haltung gegenüber den eigenen Selbstverständlichkeiten drückt der griechischen Begriff φιλοσοφία (philosophia) aus, den man mit ‚Liebe zur Wahrhaftigkeit sich selbst gegenüber‘ übersetzen könnte.

Im Philosophieunterricht der Max-Planck-Schule üben wir mit unseren Schülerinnen und Schülern diese natürliche Feindschaft gegenüber der eigenen Normalität ein: Die Selbstverständlichkeiten unseres täglichen Lebens werden im Unterricht systematisch in Frage gestellt, um die grundlegenden Aspekte menschlicher Existenz sowie die Vorausset-zungen des eigenen Denkens und Urteilens überhaupt erst zum Gegenstand des Nachdenkens werden zu lassen.

Dieser selbstkritische Blick richtet sich dabei inhaltlich an grundlegenden, allgemeinen Gesichtspunkten des menschlichen Daseins in unserer heutigen Welt aus. Hier lassen sich inhaltlich die folgenden vier Bereiche unterscheiden.

In der Anthropologie werden Vorstellungen thematisiert, die wir uns von uns selbst als Menschen machen: Lässt sich die Grenze zwischen Tier und Mensch scharf ziehen? Gibt es Fähigkeiten, die Menschen besitzen, über die Computer aber niemals verfügen werden, oder grenzen kulturelle, historische Traditionen den Menschen ab?

In der Erkenntnistheorie geht es um die Frage, ob und inwieweit die Zugänge, die wir zur Welt haben – also die Sinnesorgane, der Körper, die Sprache und das Denken, die Wissenschaften und die Künste – unser Wissen prägen und welche Konsequenzen wir daraus zu ziehen haben.

In der Ethik interessieren Maßstäbe des richtigen Handelns und inwieweit wir Verantwortung für die Folgen unseres Tuns übernehmen müssen. Dies umfasst auch die Frage, wie eine gerechte Gesellschaft gestaltet werden müsste.

In der Metaphysik nehmen wir den Sinn der Welt und des menschlichen Daseins in den Blick. Hier geht es um das Ganze der Welt, den Ursprung des Universums und darum, ob sich traditionelle religiöse Weltbilder mit modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen vereinbaren lassen.