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Geschichte

29/171 Jahre Deutsche (Wieder-)Vereinigung

Der deutsche Einheitstag am 3. Oktober wirft seinen Schatten voraus. In der vergangenen Woche befand ich mich auf einer Studienfahrt in Frankfurt und dieser Schatten findet eben hier seinen Ausgangspunkt.

Die Paulskirche in Frankfurt ist durch ihre Funktion als Tagungsort der ersten Volksvertretung in Deutschland, der Frankfurter Nationalversammlung, eines der zentralen Symbole der demokratischen Bewegung. Neben den angestrebten Grund- und Freiheitsrechten wurde besonders die nationale Einheit gefordert. Erste übergreifende allgemeine und gleiche Wahlen wurden gehalten, politische Fraktionen von links bis rechts diskutierten über die zukünftige Staatsform. Die Revolution und damit die Vereinigung der Deutschen scheiterte jedoch am Unwillen des Königs, eine ihm nicht ausreichende Rolle im System zu spielen.

Nach der ersten Weimarer Demokratie und der nationalsozialistischen Herrschaft hatten es die Alliierten in der Hand, Deutschland neu demokratisch zu formen. Systemgegensätze zwischen West und Ost führten zur Teilung Deutschlands. In der Folge waren Deutsche für Generationen durch die Mauer getrennt und setzten systembedingt unterschiedliche Prioritäten. Dennoch blieben sie untereinander in Kontakt, nicht zuletzt aufgrund der kulturellen Gemeinsamkeit. Die westdeutsche Politik, manifestiert im Grundgesetz, betonte dazu stets den provisorischen Charakter dieses Teilungszustandes. So kam es durch die Bemühungen der westdeutschen Politiker, aber ausschlaggebend durch die friedlichen Proteste der ostdeutschen Bürger am 9. November 1989 zum Fall der Mauer und mit dem Einigungsvertrag am 3.10.1990 zur Wiedervereinigung.

Der Blick sollte heute jedoch nicht auf die Vergangenheit gerichtet sein, sondern sich ganz auf das Hier und Jetzt in Deutschland konzentrieren. Der 3. Oktober kann und sollte fest verankert im Bewusstsein der Deutschen drei verschiedene Funktionen erfüllen.

Zum Einen soll er an den langen Weg der deutschen Demokratie seit dem 19. Jahrhundert bis hin zur gemeinsamen Bundesrepublik aufmerksam machen. Des Weiteren weist er auf einen der Irrwege deutscher Geschichte hin: die Trennung des Volkes in Ost und West als Folge des nationalsozialistischen Herrschaftswahns. Daraus ergibt sich als weitere logische Konsequenz der Blick auf die Gegenwart. Gerade in Zeiten von populistischen Stimmen, die antidemokratische Strömungen besonders in den „neuen“ Bundesländern erzeugen, aufnehmen und verstärken können, ist es wichtig, weiter an die Vereinigung der Deutschen auf gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Ebene zu erinnern und daran zu arbeiten. Wahre und dauernde Einheit beruht heute wie früher darauf, sich auf den Dialog mit vielen Standpunkten einzulassen.

Oder wie es das Motto des Bürgerfestes zum 3. Oktober in Kiel formuliert: „Mut verbindet“.

von Jan Heesch
erstellt am 28.09.2019

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