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Geschichte

30 Jahre (un-) friedliche Revolution - Vive la Liberté

Am 15. Januar 1990 stürmten Tausende Bürger der DDR die Zentrale der Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg, um zu verhindern, dass Stasi-Beamte wichtige Unterlagen vernichteten.

Das Ziel der Demonstranten war die Behörde, die in ihren besten Zeiten 90000 hauptamtliche Mitarbeiter hatte. 40 Jahre lang hatten diese wie auch die ca. 150000 inoffiziellen Mitarbeiter (IM) den DDR-Staat mit ihren Methoden der Überwachung und Repression aufrecht erhalten. Noch Ende 1989 war geplant, die Stasi in verkleinerter Form weiter bestehen zu lassen. Die DDR-Bürger jedoch wollten die Dokumente ihres gestohlenen Lebens im Unrechtsstaat nicht freiwillig den alten politischen Eliten überlassen.

Dieses Vorgehen setzt sich ab von den überwiegend friedlichen Protestmärschen der ostdeutschen Bürger im Vorfeld der Wende. Es wehte fast schon ein für Deutschland ansonsten untypischer Hauch französischen Revolutionsgeistes, wenn ein Gebäude aktiv erstürmt wird. Dieses Jubiläum findet passender Weise eine Woche vor dem 17. Deutsch-Französischen Tag am 22. Januar statt.

In seiner Würdigung des Vorganges sprach Bundespräsident Steinmeier heute von einem Tag, an dem „Demokratiegeschichte“ geschrieben wurde. Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn, damals selber als Journalist dabei, geht noch etwas weiter und spricht von einem Ereignis von Weltrang, „denn erstmals in der Welt wurden die Dienststellen einer Geheimpolizei von Bürgerinnen und Bürgern besetzt.“

Bei aller persönlichen Liebe zur französischen Nation und Kultur sowie der Bewunderung ihrer Leidenschaft in der Durchsetzung von politischen Zielen, ist es dennoch interessant, dass es die „verspätete“ und in Revolutionsfragen durchaus fortbildungswürdige Nation wie Deutschland war, welche solch einen bedeutenden weltpolitischen Akt auf die Beine stellte. Die Ironie der Geschichte ist es, dass es die ostdeutschen Mitbürger waren, die dies erst für Deutschland erreichten.

von Jan Heesch
erstellt am 16.01.2020

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