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Landessieg im Latein-Wettbewerb

Hannah Meyer (Q1e) gewinnt das Certamen Cimbricum 2022.

Bei der Preisverleihung des landesweiten Latein-Wettbewerbs Certamen Cimbricum am Samstag, dem 07. Mai 2022, in der Kieler Kunsthalle stieg am Ende merklich die Spannung: Elf Schülerinnen und Schüler aus dem Land hatten ihre Wettbewerbsbeiträge präsentiert und warteten auf ihre Platzierung.

Diese elf waren diejenigen, die es in die Schlussrunde des Wettbewerbs geschafft hatten. 330 Schülerinnen und Schüler aus ganz Schleswig-Holstein waren im Herbst 2021 angetreten und hatten in der ersten Runde des Wettbewerbs einen lateinischen Text von Seneca zum Thema Veränderungen („Tempora mutantur – nos et mutamur in illis“) übersetzt. Die besten 45 bekamen die Lizenz für die Teilnahme an der zweiten Wettbewerbsrunde, in der sie sich einer neuen Herausforderung stellen mussten: Jeder Teilnehmende sollte sich eine reale oder fiktive Persönlichkeit der Antike auswählen und die Veränderungen in deren Leben in einer selbstgewählten kreativen Gestaltungsform darstellen.

Aus dem Kernfach Latein Q1 der Max-Planck-Schule schafften eine Schülerin und zwei Schüler den Sprung in diese zweite Runde und reichten Wettbewerbsbeiträge ein. Alle drei befassten sich dabei mit Cicero und den Veränderungen in seinem bewegten Leben: Hannah Meyer (Q1e) malte ein Gemälde und interpretierte es schriftlich, Georg Rincke (Q1b) verfasste eine lateinische Rede aus der Perspektive eines römischen Senators und Fynn Schneider (Q1a) gestaltete ein Animations-Erklärvideo.

Für die Preisverleihung in der Kunsthalle war Hannah Meyer dann zusammen mit zehn anderen Schülerinnen und Schülern aus dem Land ausgewählt worden, ihren Beitrag zu präsentieren.

Vom Rednerpult aus stellte sie ihr auf einer 50x60 cm großen Leinwand mit Acrylfarben gemaltes Gemälde dem Publikum vor. Dabei wurde deutlich, dass jedes Detail des Bildes durchdacht und bedeutsam war: Wenn man den im Zentrum des Bildes positionierten Cicero anschaut, kann man zum Beispiel erkennen, dass sein Kampf für die römische Republik und auch Wechselfälle in seinem Privatleben sich in seiner äußeren Erscheinung widerspiegeln.

Hannah erläuterte das in ihrem Vortrag so: „Ungeachtet aller Standfestigkeit haben die zahlreichen Veränderungen und Rückschläge wie auch die positiven Erlebnisse eine Spur an Cicero hinterlassen. Auf der linken Bildseite wirken sein Gesicht und sein Arm noch kräftig, jung und gesund; außerdem trägt er eine elegante schützende Toga um die Schulter. Doch je weiter sich der Blick nach rechts wendet, desto älter, vernarbter und zugerichteter wirkt der Redner. Der schwindende Schutz der Toga entblößt einen Oberkörper voller blutender Wunden und Narben. Sein Haar lichtet sich und die schweren Entscheidungen und negativen Veränderungen zehren an seinen Kräften, wie der abgemagerte Körper verdeutlicht. Aber selbst den dünnen und kraftlosen linken Arm hält Cicero erhoben und zur Faust geballt. Diese Geste ist sogar noch kraftvoller und energischer als die Pose seines kräftigen rechten Arms. Dies hebt erneut seine Widerstandsfähigkeit hervor und zeigt, dass die Narben und Erfahrungen des Lebens einen Menschen stärker machen.“ 

Dass solche Erfahrungen, wie Cicero in seinem Leben gemacht hat, ein überzeitliches Phänomen sind, das auch uns in unserer heutigen, ganz anders gearteten Welt, durchaus betrifft, hob Hannah in einem abschließenden Transfer hervor: „Auch heutzutage leben wir in Zeiten großer Veränderungen. Einige, wie der digitale und wissenschaftliche Fortschritt, verbessern unser Leben; andere, vor allem die Covid-19-Pandemie und der Klimawandel, stellen uns als Menschheit jeden Tag auf die Probe. Diese und weitere Veränderungen werden uns nicht ohne Narben zurücklassen. Wichtig ist nur, dass wir trotz aller Widerstände nicht aufgeben und positiv in die Zukunft blicken.“

Die Konkurrenz, der Hannah sich mit ihrem Beitrag stellen musste, war groß: Die Beiträge der zehn anderen Schülerinnen und Schüler aus dem Land, die es bis zur Präsentation in der Kunsthalle geschafft hatten, reichten von einem selbstverfassten Epos über den Helden Herkules in lateinischen Hexametern, selbst komponierten, getexteten und am Keyboard vorgetragenen Songs über den Wandel im Leben des Orpheus bis hin zu einem fiktiven Instagram-Account Kleopatras.

Für die Jury war es eine schwierige Aufgabe, sich bei diesen elf attraktiven Beiträgen der Endrunde für ein Ranking zu entscheiden. Von Anfang an sei jedoch eindeutig gewesen, so ein Mitglied der Jury, dass Hannah Meyer der erste Platz gebühre. Bei Hannahs Beitrag habe zum einen die künstlerisch ausgefeilte, bis in jedes Detail sinntragende Gestaltung des Gemäldes beeindruckt, zum anderen aber auch ihre herausragende, tiefgehende Interpretation des Werkes.

erstellt von Sigrid Lemke
am 12.05.2022

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